Medikamente als Therapiemaßnahme bei HautkrebsWenn bei der Behandlung von Hautkrebs, insbesondere bei schwarzem Hautkrebs im Stadium II oder III, die bislang angewendeten Methoden nicht den gewünschten Erfolg erzielt haben, kann die Anwendung von Medikamenten die Überlebenschancen eines Hautkrebspatienten erhöhen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass eine medikamentöse Therapie stets eine unterstützende Therapie darstellt, die erst dann zum Einsatz kommt, wenn alle sichtbaren Tumore bereits operativ entfernt wurden.

Immunmodulierende und zielgerichtete Medikamente

Bei den zugelassenen Medikamenten handelt es sich zum einen um intravenös als Infusion verabreichte Arzneimittel, die das Immunsystem beeinflussen (sogenannte immunmodulierende Medikamente) und so dazu beitragen, mögliche Mikrometastasen anzugreifen und zu zerstören.

Zum anderen sind in Deutschland seit kurzer Zeit neue Wirkstoffe wie Vemurafenib und Dabrafenib zur Behandlung von schwarzem Hautkrebs zugelassen. Anders als andere Medikamente und Methoden greifen sie ganz gezielt die Tumorzellen an und haben keinen schädigenden Einfluss auf gesunde Zellen. Der Vorteil einer solchen zielgerichteten Therapie ist, dass die Wirkstoffe vergleichsweise wenig Nebenwirkungen aufweisen. Sie werden in der Regel in Tablettenform eingenommen und erzielen gute Ergebnisse bei erwachsenen Patienten, die ein bestimmtes genmutiertes, inoperables oder bereits metastasierendes Melanom haben. Dies trifft etwa auf die Hälfte der Patienten mit schwarzem Hautkrebs zu.

Bislang werden die Kosten für alle Behandlungsmethoden, die hierzulande als Kassenleistung zugelassen sind, von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen. Dazu gehören auch die verschiedenen Formen der medikamentösen Therapie bei Hautkrebs.

Voraussetzungen und Nebenwirkungen

Grundsätzlich ist eine Medikamenteneinnahme nur möglich, wenn es keine medizinischen Gründe (zum Beispiel weitere Erkrankungen oder Allergien der Patienten) gibt, die gegen eine Anwendung des Wirkstoffs sprechen. Die Anwendung darf nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt und in der von ihm verordneten Dosierung erfolgen. Die Dosierung der Medikamente darf nicht selbstständig erhöht oder reduziert werden. Sollte es während oder nach der Einnahme zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, sind diese dem Arzt zu melden.

Wie bei allen Arzneimitteln kann es auch bei Medikamenten in der Hautkrebsbehandlung zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Entzündungen der Haut, Leber oder des Darms mit starkem Durchfall sowie eine extreme Sonnenempfindlichkeit der Haut sind einige der Nebenwirkungen, die Patienten in Kauf nehmen müssen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome mit oder ohne Fieber, Haarausfall, Depressionen, Antriebslosigkeit, Verlust des Appetits und der Libido. Allerdings sind diese meistens weit weniger unangenehm als die Nebenwirkungen einer Chemotherapie.

Heilungschancen von Hautkrebs mit medikamentöser Therapie

Die Heilungschancen bei Hautkrebs hängen immer davon ab, in welchem Stadium der Krebserkrankung die Diagnose gestellt und mit der Behandlung begonnen wurde. Sobald der Hautkrebs Metastasen gebildet hat, sinken die Heilungschancen rapide. Die zusätzliche Gabe zielgerichteter Medikamente soll die Überlebenschancen der Patienten verbessern, manche Patienten leben dadurch drei Jahre oder länger. Ob und in welchem Ausmaß die Arzneimittel allerdings das Überleben eines bestimmten Patienten verlängern, hängt vom Einzelfall ab.